Hier ist sie also, die Einladung zu meiner Ateliereröffnung!

Wenn Sie auch eine Einladungskarte mit der Post bekommen möchten, schreiben Sie mir einfach einen Kommentar oder eine e-mail.

Diesen Montag war es soweit: Der erste offizielle Pressetermin im Rahmen des Künstlerscheunen-Stipendiums stand an. Es kamen die Fotografen und Journalisten des Kölner Stadtanzeigers, der Bergischen Landeszeitung (Regionaltitel der Kölnischen Rundschau) und der Burscheider Wochenpost, der Bürgermeister von Odenthal Wolfgang Roeske, der Kulturbeauftragte Walter Jansen und David Bosbach von der Gemeinde, zuständig für Pressearbeit, das Amtsblatt und vieles andere.

Mit meinem Mann und meinem Jüngsten noch dazu war es also richtig voll im Atelier. Leider musste ich die Fotografen enttäuschen, denn mit meinem neuen (extra für diesen Anlass angeschafften) Blazer wollte ich ungerne “ein paar Pinselstriche für sie tun” – lediglich der letzte der drei Fotografen konnte mich schließlich überreden ein paar “So-tun-als-ob-Pinselstriche” für ihn zu machen, obwohl ich diese Art gestellter Fotos eigentlich nicht besonders mag.  Schöner finde ich es, wenn die Bilder entweder so aussehen wie ein echter Schnappschuß oder dazu stehen, das sie gestellt sind.

Nach dem Foto-Shooting entwickelten sich schnell interessante Gespräche aller Beteiligten über verschiedenste Themen: Sehr gefragt war meine neueste Arbeit, zu der ich als nächstes noch einen eigenen Artikel schreiben werde, aber auch das fertige Diptychon, welches mittlerweile sogar einen Titel trägt (the void it frightens me), zog die Journalisten in seinen Bann.

Ein weiteres Thema war die Kulturqualität Odenthals, das mit der KleinenRathausgalerie und der Atelierscheune, um es mit Herrn Jansens Worten zu sagen, ein “Hot Spot” der Kunst ist. Selbst mein Lehrer Jörg Eberhard sagte 2009 bei der Eröffnungsrede meiner ersten Einzelausstellung “Draht Figuren Lithografien” in der Kleinen Rathausgalerie ganz beeindruckt: “Wenn jede Gemeinde von der Größe Odenthals solch ein Kulturangebot, solch eine Kulturförderung vorweisen könnte, wäre die Welt ein besserer Ort! “

Darauf hin berichtete Herr Jansen die Geschichte, wie ich bei ihm die Chance zu dieser Ausstellung 2009 bekam: Als ich noch in Odenthal wohnte, ging ich oft mit meinen Eltern zu Vernissagen in der Kleinen Rathausgalerie, denn schon zur Abiturzeit wusste ich, dass die Kunst das ist, was mich antreibt. (Entgegen der Darstellung im Kölner Stadtanzeiger war Herr Jansen allerdings nie mein Lehrer, die frühe Begeisterung für die Kunst verdanke ich meinem langjährigen Kunstlehrer Werner Hinz vom Gymnasium Odenthal und meinem Kunst-LK-Lehrer Gerhard Ahrens vom Freiherr-vom-Stein Gymnasium Leverkusen). Herrn Jansen kannte ich damals als Galeristen der Kleinen Rathausgalerie und an einem Vernissage-Abend zum Trotz des Kommentars eines Bekannten meiner Eltern (“hier wirst du sicherlich nicht Ausstellen können, dass ist nur was für größere Künstler…”)  sprach ich ihn an, zeigte ihm mein Skizzenbuch. Damals war ich in meinem ersten Semester Kunst. Er versprach mir, wenn ich mein Examen in Kunst ablege, bekäme ich eine Einzelausstellung in der Kleinen Rathausgalerie! Und tatsächlich (da sich mein Studium durch die Geburt meines ersten Sohnes etwas verlängerte) konnte ich diese Ausstellung sogar schon 2009 (vor dem Abschluss meines Studiums) verwirklichen! Das habe ich als eine große Ehre angesehen.

Daraufhin erzählte Frau Schwarz vom Kölner Stadtanzeiger tatsächlich noch die Geschichte einer Jurysitzung – im letzten Artikel fragte ich mich ja, ob ich wohl Details über die Jurysitzung zum Scheunenstipendium erfahren würde.  Aber es ging nicht um diese Jury, sondern um die Jurierung des Overather Kunstförderpreises, bei dem Frau Schwarz selbst Jurymitglied war. Sie berichtete, dass meine Arbeit ganz vorne mit dabei war, sogar Chancen auf den ersten Platz hatte, und dann unglücklicherweise ausjuriert werden musste, da ich keinen Wohnsitz mehr im Bergsichen Land vorweisen konnte. Das war auf der einen Seite sehr traurig, denn nicht nur, dass der Preis mit 2000€ dotiert ist und es natürlich auch der Wunsch eines Künstlers ist, sein Werk auf diese prestigeträchtige Weise honoriert zu sehen, sondern jeder Erfolg ist auch ein Schritt auf der Karriereleiter in Richtung “von der Kunst leben können” – ein großes (manchmal übermächtig erscheinendes) Ziel.

Aber wie heißt es so schön in einem meiner früheren Artikel: hope dies last, die Hoffnung stirbt zuletzt! Daher nehme ich diese Geschichte als Kompliment meiner Arbeit, als Grund es wieder und wieder zu versuchen – hier und anderswo. Und ich freue mich über den Gewinn dieses Atelierstipendiums, das es mir ermöglicht meine große Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Herne im Dezember vorzubereiten und das ich mit einer Ateliereröffnung feiern werde!

Die Eröffnung findet statt am Sonntag, dem 25.März, von 11:30 bis 16:30 und sobald ich die digitale Version der Einladung habe, stelle ich sie hier natürlich ein. Sollten Sie auch eine Einladung zugeschickt bekommen wollen, schreiben Sie mir einfach eine e-mail, dann nehme ich Sie in den Verteiler auf. Ich freue mich!

Es gibt Tage (oder Nächte), an denen würde Nichts entstehen oder geschehen, wäre da nicht eine äußere Notwendigkeit, die die Kreativität erzwingen muss. Erst möchte ich schreiben, dass diese Tage äußerst selten sind, doch wenn ich länger überlege, ist es doch recht oft der äußere Druck einer Verpflichtung, die wie ein Katalysator die aufgestauten Ideen, die durch die Unlust anzufangen eingefangen bleiben, befreit.   Ich denke da zum Beispiel an mein 3 x 6 m großes Unterteil des Bildes “Figaro river styx”, welches ich 2007 am Abend vor dem Sichtwerk, wo es gezeigt werden sollte, erst gemalt habe. Oder eben die 6 kleinen Fetzen (sparks), die gestern am Vorabend des Einreichnungtermins für das Max Ernst Stipendium in Brühl entstanden sind. (Diesen angesehenen Kunstpreis hat mein Lehrer Prof. Jörg Eberhard übrigens 1984 – ein paar Monate nach meiner Geburt – gewonnen!)

neue Fetzen - new sparks

neue Fetzen - new sparks

daniel - spark XIII

daniel - spark XIII - mein Favorit!

Diese 6 Fetzen ergänzen meine bisherigen 10 (einer ist ja zur Ausstellung des Eb Dietzsch Kunstpreises in Gera geschickt) und werden der Jury auch als lose Fetzen präsentiert, die sie selbst in die Hand nehmen müssen (um sie aus der Mappe zu holen) bzw. dürfen und die sie dann auch selbst anordnen und in Beziehung setzen müssen/dürfen, so dass sie eigentlich dem Kunstwerk schon ihre eigene Interpretatien mit hineinlegen. Ich würde zu gerne wissen, was die Jury dazu sagt – leider sind die Jurysitzungen nicht öffentlich.

Aber vielleicht erfahre ich heute ein paar  Details aus der Jurysitzung zum Förderpreis Bildende Kunst Odenthal, denn heute Nachmittag ist mein Pressetermin als Stipendiatin 2012 mit Herrn David Bosbach von der Gemeinde Odenthal, dem Kulturbeauftragten Walter Jansen und dem Bürgermeister Wolfgang Roeske. Und natürlich mit den Vertretern der Presse. Ich bin gespannt!

Schließlich ist gestern Nacht noch ein weiteres Kunstwerk “geboren” worden – doch da wird noch nichts verraten, denn dazu schreibe ich bald einen eigenen Artikel, wenn es ganz vollendet ist…nur soviel: ein altes, staubiges irgendwie schönes und doch heutzutage eher unbrauchbares Ding hat als symbolischer Bildträger eine wunderbare Wiedergeburt erlebt.

Mein temporäres Reich

Februar 21, 2012

Wie sieht er aus, der Ort an dem aus meinen Ideen Bilder geboren werden?

Ein jedes Atelier versprüht eine dem Künstler zugeignete, ganz eigene Atmosphäre. Es ist, als ob der Teil seines Geistes, der Geburtsstätte der kreativen Gedanken ist, in der stofflichen Welt seine Entsprechung findet. Die Dingwerdung der  art  eines Künstlers – sein eigenes Reich.

So hat nun auch die Künstlerscheune in Odenthal, die für das Jahr 2012 mein kreatives Reich sein wird, ihren eigenen bzw. meinen eigenen Charakter angenommen. Sie ist fertig eingerichtet – sofern man bei einem Atelier von fertig sprechen kann, denn eigentlich ist es auch insoweit ein temporäres Reich, dass es sich ständig verändert:  Leinwände werden aufgehängt,  grundiert und abgehängt, Bilder werden gemalt, gerahmt, zerschnitten und übermalt, Papiere ausgelegt, bezeichnet, gestapelt, verworfen, neu aufgelegt und wiederentdeckt. Dinge von Interesse werden gesammelt, aufgehängt, arrangiert oder uninteressant und weggeräumt. Das Atelier als Inkubationsstätte der Kunst ist selbst ständig im Wandel begriffen und somit nicht bloß temporäres Reich, sondern temporäre Kunst.

Da ich gemerkt habe, dass nicht das tägliche Zeichnen, aber das tägliche Fotografieren und Hochladen der Skizzen in meiner derzeitigen Situation doch ein zu ehrgeiziges Projekt ist, habe ich mich dazu entschlossen nur noch eine Seite “Skizzen” in diesem blog zu führen, auf der ich dann immer mal wieder meine aktuellen Favoriten hinzufüge… Ich denke das so auch eine überschaubarere Menge an Skizzen hier veröffentlicht wird!

(Ich ahnte es schon länger – Zweifel im Bildfindungsprozess verfolgten mich – und die Schmerzen, die beim Zeichnen durch meine Hand zuckten, sprachen eine eindeutige Sprache: “Du hast zu lange nicht mehr regelmäßig gezeichnet!” Aus diesem Grund habe ich mir heute vorgenommen, mein Skizzenbuch wieder zu meinem täglichen Begleiter zu machen, den Bleistift zu meinem besten Freund und die tägliche Zeichnung zum essentiellen Grundbedürfnis des Künstlers. So überlebenswichtig wie Nahrung und Schlaf. So schön wie das tägliche Lachen mit meinen Kindern – und genauso fordernd wie sie.)

Helles pastoses Weiß, ein lichterfüllter Ort, eine ruhige, sitzende Figur auf  einem dunklen und leicht fragmentierten Grund.

So scheint mein neuestes Bild auf den ersten Blick zu sein und wem es gefällt, der mag es gerne dabei zu belassen. Wer eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Werk nicht scheut, der kann gerne einen zweiten Blick darauf werfen und seinem Sehen erlauben, die Farbnuancen mit Bedeutungen zu verknüpfen. So geschehen am Sonntag als erste Betrachter das Bild in Augenschein nehmen konnten. Auf den ersten Blick mochten sie es, ein schönes gefälliges Bild. Doch beim zweiten Hinsehen eine erste Ahnung: “Das da vorne sieht aus wie…wie etwas Totes.”

Mehr möchte ich gar nicht erzählen, denn ich möchte, dass sich jeder sein eigenes Bild daraus machen kann – auf den ersten, zweiten oder auch dritten Blick.

Was vor dem Licht kommt

Februar 6, 2012

Es ist nicht so, dass  Bilder aus dem Nichts geboren werden, das Dunkel mit einem mal Licht wird und gesehen werden kann.

Jedenfalls nicht mehr. Früher neigte ich dazu Bilder ohne einen Plan, ohne eine genaue Vorstellung des Ergebnisses aus einer Laune heraus zu malen. Spontan, schnell, impulsiv. Ich muss zugeben, es hatte schon seinen Reiz, diese großen Formate (oft 2,00 x 3,00m oder größer) innerhalb von zwei, drei Stunden zu malen und in dieser spontanen, rohen Existenz zu belassen. Doch mittlerweile hat sich meine Art zu arbeiten gewandelt. Einen wichtigen Beitrag hat dazu die Lithografie geleistet: Hier ist solche Spontanität höchstens beim Anlegen der Zeichnung auf dem Stein möglich und selbst da weiß ich mittlerweile vorher schon, wie die Zeichnung sich in etwa verhalten soll – das spart Arbeit (eine misslungene Zeichnung fordert, dass der Stein erneut abgeschliffen werden muss) und Zeit (als Mutter zweier Kinder eine äußerst begrenzte Ressource). Die weiteren Arbeitsabläufe beim Lithografieren sind von Planung und Genauigkeit geprägt: Da der Stein nur in einer einzigen Farbe eingefärbt wird, sollte diese exakt meiner Vorstellung entsprechen, da ich (zeitlich bedingt) nur eine begrenzte Anzahl von Drucken anfertigen kann, muss ich genau wissen, wie viele neue Drucke ich brauche (hier muss ich sogar schon ungefähr wissen, was ich mit diesen im weiteren Verlauf der Serie vorhabe) und welche älteren Arbeiten ich überdrucken möchte, etc.

Ich denke dieser kleine Exkurs in die Lithografie genügt, um ein neues Licht auf meine Arbeitsweise zu werfen und sichtbar zu machen, was ich tue, wenn ich nicht gerade im Atelier bin und male: nachdenken, überlegen, skizzieren, planen, verwerfen, erneut denken, weiterentwickeln, skizzieren,…

Neben der Tür zur Atelierscheune hängt ein Schild, dass ein guter Freund mir einst zum Geburtstag geschenkt hat: “Kreative leisten dann am meisten, wenn es den Eindruck macht als täten sie nichts”. So ist es, denn niemand kann einem Kreativen in den Kopf leuchten. Aber um doch ein paar Einblicke in die Arbeit zu geben, die vor dem Erschaffen eines Werkes steht, habe ich einige aktuelle Skizzen in der Galerie dieses blogs hochgeladen. Ich bin gespannt, ob die eine oder andere von ihnen es noch aus den (meist) im Dunklen liegenden Seiten meiner Skizzenbücher ins Licht der Öffentlichkeit schafft.

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